Muetend sm - Mütend - ein Rant, ein Uff, ein großes Vielleicht
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Mütend – ein Rant, ein Uff, ein großes Vielleicht

Der aktuelle Status im lockdownigen Lifestyle: Man ist Mütend.
Du hast keine Ahnung, was das bedeutet?
Ich bin mir dennoch sicher, dass du auch mütend bist.

Mütend ist die Kombination aus Wütend und Müde. Das Wort findet sich aktuell in jeder Social Bubble und es beschreibt perfekt den Zustand, der sich durch fast alle Gesellschaftsschichten im Land und drumherum zieht.

Mütend steht im konkreten Zusammenhang mit den Lockdowns, dem Corona-Covid-Pandemie-Zustand, mit dem erschöpften Unverständnis und der Orientierungslosigkeit. Mit dem müden Frust, rund um die sich täglich ändernden Regelungen, Lockerungen, Erkenntnisse,, Impfsituationen, dem Home-Schooling-Zwang versus dem Not-Home-Schooling-Chaos, der Home-Office-Option, den unzähligen Ausnahmen etc.

Wir sind müde.
Wir sind wütend.
Und das eine erschöpft das andere, um es gleichzeitig zu verstärken.
Wir sind mütend.

Jede News, jede Info, jede Nachrichtensendung füttert dieses „Mütend“. Jeder Tag beginnt mit dem Einstufen, ob man mehr beim „m“ oder mehr beim „ütend“ ist und was man heute wieder auf Auge gedrückt bekommt, wenn man die Nachrichten, die Social Networks, WhatsApp & Co. öffnet. Oder schlicht die Mail von der Schule, der Arbeit, einer Institution etc.

Nach über einem Jahr Pandemie, nach wochenlangen Impfversprechen, einem sich seit langem abzeichnenden Impfchaos, täglich neuen „Astra-ja-nein-vielleicht-doch-oder-nicht“-Chaos und „ganz egal was, Hauptsache eine Impfung“ oder „ganz egal was: Nichts von alledem!“, nach monatelangem Lulu-Lockdown mit Zwischendurch-Veränderungen, die jetzt regional situativ gehandhabt oder untersagt werden … kennt sich niemand mehr aus, will sich niemand mehr mit dem ganzen Scheiß beschäftigen, will jeder nur noch zurück in das, was wir jahrelang verpönt als “normal” betrachtet haben.
Damals hatte „normal“ das Stigma des Langweiligen, war spießig, öde und wurde scherzhaft als “Gute Einstellung für eine Waschmaschine, aber kein Lebenszustand” beschrieben. Nun ist dieses „Normal“ Geschichte und wir sehnen uns nach diesem, auch nur im Rückblick, paradiesischen Zustand.

Was geben viele dafür, wenn das Dasein wieder so normal wäre, wie wir es lange Jahrzehnte versucht haben zu unterdrücken.

Ich bin mütend, meine Umgebung ist es, meine Social Bubble ist es und die einzigen, die davon ausgenommen zu sein scheinen, sind die NachrichtensprecherInnen im öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehen. Sie werden dafür bezahlt nicht mütend zu sein, sondern Motivation und gute Laune zu verbreiten, auch wenn die Lage nichts davon rechtfertigt.

Im Grunde unseres Herzens sind wir alle mütend.

Im Hintergrund der Verordnungen hat sich die Mehrheit im Lande mit der Lage arrangiert, hat kreative Wege und Ausnahmelösungen gefunden, auf der einen Seite. Oder sich auf der anderen Seite in das harsche, nicht immer verständliche, täglich neu adaptierte Behördenverordnungschaos sinken lassen. Man trägt seine öde FFP2 Maske und die Tatsache, dass noch immer die meisten einfach nur irgend eine random Billig-Maske vor ihr möglicherweise verseuchtes Schnuttchen pappen, sagt viel über dieses „mütend“ aus: Wozu sich mit Buntheit, Individualität und Style befassen, wenn wir morgen schon wieder eine neue Anordnung betreff Schnuttenpulli bekommen könnten?

Letztes Jahr um diese Zeit hat jeder, der unfallfrei mit Nadel und Faden umgehen konnte, seine Kreativität in die Gestaltung von Masken und dergleichen einfließen lassen. Ich habe einen ganzen Sack mit textilen Schnuttenpullis, passend zu jedem Outfit. Gehe ich heute unter Menschen, klebt eine anonyme, weiße Fahne auf meinem Gesicht und ich akzeptiere diese zweideutige Aussage, weil mütend.

Das regelmäßige, medizinische Nasenbohren wird mit einem resignierten Seufzer zur Kenntnis genommen. Weil: Was willst tun?
Und seien wir uns ehrlich: Für manche ist es die einzige Möglichkeit mal andere als nur die eigenen Hausmitglieder zu sehen, aus den vier Wänden rauszukommen und soziale Kontakte zu haben (in der langen, sich schnell bewegenden Schlange vor der Fließbandnasenbohrerei).

Die kurze, routinierte Bohrung im bevorzugten Nasenloch, die emotionslose Berührung mit der behandschuhten Hand, wird zum modernen Äquivalent für den alten, doofen Witz, wonach manche nur deswegen auf Urlaub flogen, damit sie im Zuge der Körpervisitation zumindest irgendeine Form von körperlicher Nähe und Ansätze von Sexualleben erleben.

Nun braucht man keine Flugreisen mehr, um solche eine soziale Nähe zu persiflieren. Man darf sich alle 48 Stunden nasal penetrieren lassen, erlebt kurz, wie es ist, wieder unter Menschen zu sein, und bekommt einen Freibrief, mit dem man sich in seiner Arbeit, der Schule und – in Lockerungs-Lockdown-Phasen – bei „körpernahen“ Dienstleistungen anmelden darf.

Womit nicht „das“ gemeint ist, was man flappsig vielleicht darunter verstehen könnte (früher, vor Big-C). Denn „das“ ist gewerblich schon lange Corona-technisch fix untersagt und dem Körper am nächsten kommen dürfen in Zeiten wie diesen nur FriseurInnen, TherapeutInnen, FußpflegerInnen etc.

Wir sind mütend.

Die PolitikerInnen haben das schlechteste Image ever, egal welcher Konfession oder Couleur sie angehören. „Lauter Trotteln und Deppen“ ist noch das Netteste, was man offen sagt, beim Anstehen in der Teststraßenschlange. Natürlich mit Elefanten-Teenie-großem Abstand. Denn der kleine Baby-Elefanften-Rracker ist ja im letzten Jahr ordentlich gewachsen. Aus Sicherheitsgründen.

Wir sind so mütend, dass neue Regelungen nur noch mit einem lahmen Schulterzucken aufgenommen werden – weil: Was solls …

Die bekannten Ausnahmeregelungen für Ausgangssperren und andere Lockdown-Maßnahmen sorgen ohnehin dafür, dass sich im normalen Tagesablauf nicht groß was ändern muss. Und die polizeilichen Kontrollen zwischen besonders betroffenen Bezirken, wo man einen negativen Nasenbohrertest braucht, um die Bezirksgrenze legal überschreiten zu dürfen, haben dafür gesorgt, dass sich die Einheimischen ihrer lokalen Geografie wieder bewusst geworden sind. Nebenstraßen und Alternativrouten haben nebenbei auch noch den Vorteil, dass man mal etwas neue Optik ins tägliche Dasein bringt. Neue Wege im alten Trott.

Die absolute Arschkarte haben aktuell Familien, speziell alleinerziehende-alleinlebende Mütter, mit schulpflichtigen Kindern. Die sind dafür aber auch weniger mütend als der Rest der Gesellschaft. Weil sie kaum Zeit haben, sich über ihren emotionalen Zustand Kenntnis zu verschaffen und wenn, dann überwiegt der Wut-Anteil, gepaart mit Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Sie sind also eher hütend – hoffnungslos und wütend. Und ich entschuldige mich für dieses miese Wortspiel.

Wer noch nicht zu mütend ist, wer noch Potential zum Fluchen hat, der echauffiert sich über die Idioten rundum. Wahlweise sind das dann die, die nicht die eigene Pandemie-Meinung teilen, die gegen oder für irgendwas demonstrieren oder nicht demonstrieren, die sich als „Pimmelnasen“ outen und ihre Maske unterhalb des Nasenbohrerlustzentrums tragen, den Abstandselefanten auf Setzkastengröße schrumpfen, sich mit anderen Mütenden bei Outdoor-Spontan-Events treffen, ihre Kinder mit anderen im Hintergarten zusammen kommen lassen, Oma und Opa besuchen oder nicht besuchen oder die keifend, meckernd, motzend, schimpfend, argumentierend, diskutierend irgendwelche verständlichen, neuen, seltsamen, schwurbeligen, logischen Argumente hinausposaunen, diskutieren, kommentieren, posten.

Alles und alle sind mühsam und auch das macht mütend.
Wer ist mein Freund, wer steht an meiner Seite, wer versteht mich so, dass ich mich und den Rest der Welt auch verstehen kann?

Regierungsverantwortliche predigen seit einem Jahr wöchentlich, dass die nächsten zwei Wochen entscheiden sind und sorgen mittlerweile nur noch dafür, dass man im wöchentlichen Lockdown-Pandemie-Bullshit-Bingo wieder ein Phrase abhacken kann.
Man spricht ihnen wahlweise die Cochones ab oder tituliert ihnen extra große Testikel zu, egal welchem Geschlecht sie angehören. Und wenn man versucht, sich die behördliche Regierungsverlautbarungslage mit etwas objektivem Abstand anzuschauen, merkt man, dass sie genauso verzweifelt, ahnungslos, frustriert und verängstigt sind. Auch eine Form von mütend. Nur mit mehr Drive und viel Make Up.

Sie haben einfach keine Ahnung, weil es für diese Lage keine Vorlage gibt. Und sie wissen auch nicht, wie man sich Ahnung verschafft, weil man ihnen diese Ahnung immer von außen entsprechend aufbereitet verschafft hat. Sie haben keine Ahnung, wie Wissenschaft funktioniert, dass man Fehler machen muss, um neue Erkenntnisse zu finden und um bestehende Erkenntisse zu prüfen. Wer forscht muss Fehler machen – aber das ist für die Politik ein No-Go und kostet Wählerstimmen, weil auch das Volk keine Ahnung hat, wie Wissenschaft funktioniert und Fehler als ein Zeichen von Schwäche und Dummheit gesehen werden.

PolitikerInnen wissen nicht mehr, wie es im Leben abseits der Regierungsbank zugeht, weil ihnen genau dieses Wissen abtrainiert wurde, damit sie unbeeinflusst davon re-a-gieren können (mieses Wortspiel Nr. 2).

Sie wissen auch nicht, was sie tun könnten, wenn sie mehr wüssten.

Sie wissen nicht, wie sie Statistiken zu lesen und zu interpretieren haben und auch wenn sie es vielleicht doch noch wissen, wissen sie nicht, welcher Interpretation sie ihr weiteres Regierungsgeschehen anvertrauen sollen und ob sie dafür die Mehrheit bekämen.

Sie haben im Grunde genommen genauso wenig Ahnung, wie jeder andere im Land. Aber sie müssen so tun, als hätten sie zumindest einen blassen Dunst davon und sie müssen uns sagen, was wir zu tun haben, im Wissen, dass sie nicht wissen, was rückblickend das Richtige gewesen sein könnte.

Zu alldem, was sie akut nicht wissen, kommt hinzu, dass sie auch von vielen alltäglichen Dingen keine Ahnung (mehr) haben. Wirtschaft, Gesundheit, Arbeit und Familie mögen nette Bezeichnungen für Ministerien sein. Nur wissen wir schon von früher, dass die praktische Kenntnis um die realen Inhalte in diesen Häusern eine, nun ja, eher marginale ist. Möglich, dass man sich „weiter unten“ mit diesen Belangen ernsthaft auseinandersetzt. Je weiter oben, desto empathie-abstinenter und parteikonformer wird es.

Und ich meine das nicht böse oder will hier garstig auf dem Rücken der Armen ein paar Bonmots platzieren. Es war schon immer so, wir – die Mütenden dieser Zeit – haben es so eingerichtet und zugelassen. Wir haben Menschen auf Regierungsebenen gewählt, im Wissen, dass sie vom echten Dasein wenig Ahnung haben. Diese Menschen sind nun dafür verantwortlich unter anderem das Impfgeschehen und die Pandemie-Vorkehrungen in der EU zu koordinieren. Und nichts hat sie darauf vorbereitet, sie wurden nicht dafür ausgebildet, sie haben keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollen. Woher auch?

In so einer Ausgangslage ist man verurteilt zu scheitern und kann es niemandem recht machen. Das ist allerdings auch keine Entschuldigung und soll auch kein Lamento für Rücksichtnahme etc. sein.

Das hier ist einfach nur ein Rant von einer, die so mütend ist wie alle anderen im Land, in Europa, in dieser neuen Welt.

Und es ist der Rant von einer, die auf hohem Niveau jammert. Denn auch wenn ich mütend hoch drei bin, bin ich zugleich auch demütigend dankbar, dass die richtig fiesen Auswirkungen dieser Katastrophe bis jetzt einen großen Bogen um mich gemacht haben.

Ich habe meine erste Impfung am 20.03.21 erhalten. Was für ein Frühlingsbeginn.
Zwar in einem richtig furchtbar organisierten Impfstraßen-Chaos – aber: Ich wurde geimpft.
Zwar mit dem ungeliebten schwarzen-Astra-Peter im Kreis der Vaccine-Musketiere – aber: Ich wurde geimpft.
Zwar weiß ich nicht, ob ich als zweites nochmal das astrale Vergnügen haben werde oder was anderes oder gar nicht oder oder … – aber scheißegal: Ich. wurde. geimpft.
Und habe somit erstmal Schutz vor einem schweren Verlauf. Mir geht es sicherheitstechnisch in dieser Hinsicht um einiges besser als vielen Milliarden anderer weltweit.

Zum Beispiel im Vergleich mit den Menschen, die auf Impfdosen aus reichen Ländern angewiesen sind und die nun erkennen, dass diese wunderbare, weltumspannende Solidarität an der Landesgrenze endet. Immerhin haben wir nun erlebt, dass reiche Industrieländer in dieser Beziehung einen ziemlichen Arschloch-Faktor leben und die wiederholte Aufforderung zum Kehren vor der eigenen Tür mit einem „we first“ übersetzt haben.

Mir ist bewusst, dass ich in so einem reichen, bevorzugten Industrieland lebe, dass ich davon profitiere, dass ich unzählige Privilegien haben, die ich nicht mal kenne. Denn man kennt nur das, was einem bewusst gemacht worden ist, was man vermisst, wovon ein anderer mehr und anderes hat, was einem schmerzlich fehlt und wo einem durch dieses Fehlen das Leben zur Qual wird. Wer immer Luft hat, der kann nicht nachvollziehen wie das ist, wenn sie nicht da ist. Bis sie einem fehlt und man erkennt, dass vieles, was man für selbstverständlich hielt, nur in der eigenen Wahrnehmung so war.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil es mir besser geht, als vielen, vielen anderen – im eigenen Land, auf der Welt und generell. Und ich weiß nicht mal in wie vielen Bereichen es mir viel besser geht.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich bereits geimpft wurde und dennoch mit der Entscheidung hadere. Nicht weil ich gegen das Impfen bin, sondern weil ich mich täglich frage, ob es gut war, sich für diesen Impfstoff zu entscheiden. Im begründeten Wissen, dass die anderen Impfstoffe ähnliche Wirkungen und Nebenwirkungen und Auswirkungen haben. Aber weniger miese Publicity.

Wie viele sterben beim Warten auf die grundsätzliche Möglichkeit, dass sie überhaupt die Chance auf eine Impfung, mit egal welchem Impfstoff, haben? Wie kann ich da mit meiner First-World-Problem-Entscheidung hadern und nicht einfach nur demütig dankbar sein, dass meine Chance auf einen sanfteren Verlauf im Fall des Falles nun viel höher ist?

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil mir die Lockdown-Situation im Grunde genommen nicht so am Nerv geht wie den meisten, weil mir dieses Jahr überraschend gut tut, sich ein paar wunderbare Optionen ergeben haben, es mir viel besser geht als im ersten Pandemie-Jahr. Ich bin fitter und ruhiger und kann die Zeit sogar immer wieder genießen, wo ich mich nur um mich kümmern muss, nur meine Gesundheitstermine organisieren und wahrnehmen muss und dabei auch noch bevorzugt behandelt werde, weil Hochrisikopatientin.

Andererseits hatte ich schon vor Corona wenige Sozialkontakte und durch meine frühzeitige, krankheitsbedingte Pensionierung kaum noch Kontakt zu vielen Menschen, die ich früher als FreundInnen empfunden habe. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil unserer Lebenssphären nicht mehr kompatibel waren.

Zugleich erlebe ich live mit, wie rundum Leben dramatisch erschüttert werden, wie Mütter durch dieses Chaos-System an den Rand ihrer physischen und psychischen Existenz gedrängt werden, schlicht nicht mehr können, viele andere wiederum vor Vereinsamung krank werden, resignieren und berufliche Existenzen ausgelöscht werden.

Wie kann ich mir da das Recht herausnehmen, mich wohl zu fühlen?!?

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich immer wieder in das Maulen und Meckern, das Kommentieren und Diskutieren, das Meinung breit treten und andere nieder Argumentieren einfalle … und selbst genauso wenig bis keine fundierte Ahnung habe, was nun eigentlich das Richtige wäre, was man jetzt wirklich tun oder nicht tun soll und wem man noch glauben kann.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich ein schlechtes Gewissen habe und nicht einfach nur dankbar für den Umstand bin, dass es zum ersten Mal in meinem Leben eine Zeit gibt, wo ich mich entspannen kann, der Druck abnimmt, wo ich auch bei meiner Langzeitfeindin namens Migräne eine berechtigte Hoffnung auf ein Ende dieser furchtbaren Partnerschaft sehe, wo der Herr Crohn im Koma liegt und diese Remission meinem Körper einfach nur gut tut.

Und dennoch bin ich mütend – müde und wütend über diese untragbare Situation.
Und auch deswegen haben ich ein schlechtes Gewissen.

Vielleicht ist dieses schlechte Gewissen der gemeinsame Nenner all dieser ungreifbaren, unbegreiflichen, unverständlichen Gefühle, die uns Gelockdownte, passiv-Corona-Gequälte miteinander verbindet.

Vielleicht ist dieses schlechte Gewissen der Antrieb, um unsere Kreativität umzupolen, um eine neue Ausgangslage für viele und vieles zu kreieren. Vielleicht ist dieses schlechtes Gewissen der Arschtritt, der uns Privilegierte endlich motiviert, den Blick zu weiten und nicht mehr alles für selbstverständlich zu nehmen, die Türen und Barrieren abzubauen, die Kommunikation grundlegend zu überdenken.

Vielleicht ist dieses schlechte Gewissen der Anfang von dem, was die Welt besser macht und uns als Menschheit auf den nächsten Evolutionsschritt einschwingen lässt.

Vielleicht.

4 thoughts on “Mütend – ein Rant, ein Uff, ein großes Vielleicht

  1. Ja. Liebe Michaela, gut formuliert und nachvollziehbar.
    Auch ich schätze einige Privilegien als FrühRentnerin mit festem Einkommen und Guten Ärzten.
    Ich sehe diese Pandemie als Chance in unserer Gesellschaft wichtige Dinge zu verändern.
    Diese Zeit hat viele Schwachpunkte aufgezeigt.

  2. Liebe Michaela, ich habe gerade mit Freude und immer wieder einem inneren Schmunzeln deinen Beitrag meinem Mann vorgelesen ( wir fahren gerade 3 1/2 Stunden im Auto). Er ist ziemlich mütend und mir geht es extrem gut, wenn mich das schlechte Gewissen nicht packt. Du hast mir aus der Seele geschrieben. Und ich habe Astra 1x verweigert, wil es mir nach der Anmeldung ganz schlecht gegangen ist und ich am nächsten Tag zu einem Beckenboden Palpationskurs angemeldet war, und Sandra versprochen habe, dass wir aneinander palpieren.
    Jetzt habe ich mich wieder angemeldet.
    Schön von dir zu lesen.
    Fernumarmung, alles Liebe
    Renate

    1. Liebe Renate,
      vielen Dank für deinen Kommentar, deine Bestätigung und deine fahrende Lesung! Hoffe, ihr seid gut angekommen und drück alle Daumen für eine gutes Kursergebnis und das die Impfung dir wohl bekommt.
      Alles Liebe, big hug retour,
      MiA

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