Allgemein

In dieser Kategorie findest du die Mehrzahl der Beiträge im Blog: Worum es im Blog geht, Linktipps und Buchempfehlungen, generelle Infos rund um Morbus Crohn und andere CED, Ernährung und Diät, Videos, Frust und Freude, neue Mediks und Geschichten aus dem Leben mit einer CED – eine bunte Mischung aus allem!

Allgemein

Totenhemd-Blogaktion – Mein Beitrag: Die Sache mit der Amöbe

Im wunderbaren Totenhemd-Blog gibt es eine neue Blogaktion (Auferstehung? Was kommt nach dem Tod?), bei der ich wieder mitmache. Beim letzten Mal war ich mit meinem KultKraftPlatz-Blog dabei und das war mein Thema: Wie kann ich mein Schwert (und anderes) ins Jenseits mitnehmen?

Diesmal geht es um die Auferstehung bzw. das Leben nach dem Tod. Also ob es das gibt und wie man sich das vorstellt und überhaupt. Kaum habe ich von der Aktion erfahren, musste ich an eine alte Vision von mir denken: Die Sache mit der Amöbe.

Meine Geschichte „Warum die Sache mit der Amöbe fallweise doch überlegenswert wäre“ könnt ihr direkt im Totenhemd-Blog, lesen. Da findet ihr auch die anderen Beiträge zu diesem Thema.

Wer sich nun fragt, was das mit diesem Blog und Morbus Crohn zu tun hat: Eigentlich nichts und dann doch wieder eine Menge. Denn man hat fallweise ein bisschen viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln, wenn der Herr Crohn einen mal wieder zu Stubenarrest verdonnert. Da kommen dann eben auch seltsame Gedanken und wer eine chronische, nicht heilbare Erkrankung als „Herausfoderung*“ im Leben zugeteilt bekommen  hat, der grübelt eben auch irgendwann mal über das nach, was einem im Leben danach so erwarten könnte.
Was vielleicht morbid ist, aber meiner Meinung nach durchaus normal und menschlich. Der Tod gehört zum Leben dazu und ist das einzige, was mit (tödlicher) Sicherheit jedem passieren wird. Irgendwann.

Gedanken rund ums Sterben macht man sich meist dann, wenn es einem sehr schlecht geht, man miese Zeiten hinter sich hat und die Stimmung am Tiefpunkt ist – aus vielerlei Gründen. Chronisch Kranke haben vielleicht öfter solche Phasen, was logisch ist, denn Schmerzen und Schwäche zermürben auf Dauer. Die Kunst besteht dann meiner Meinung nach darin, dass man diese Gedanken zwar zulässt, aber ihnen nicht die Führung überlässt. Denn die gehen dann vielleicht auf Wege, wo man nicht mehr so schnell umkehren kann.
Mir hilft es, wenn ich ihnen mittels Schreiben oder Zeichnen Raum verschaffe. Dann sind sie nicht mehr in mir drin, ich kann sie logisch und empathisch betrachten und sie haben eine Bühne auf der sie sich in einem klar begrenzten Rahmen bewegen können. Win-Win nennt man das.

Darum nehme ich diesmal mit meinem Crohn-Blog bei der Totenhemd-Blogaktion teil. Weil man sich auch in besseren Zeiten durchaus mal mit solchen Gedanken auseinandersetzen kann, wie zum Beispiel mit dieser Auferstehungssache und wie das nacher dann so sein könnte. Und weil die Gedanken, die dann da kommen, mitunter recht vergnüglich sind. Auf eine zugegeben sehr schräge Art und Weise 😉 … aber lest selbst.

 

* Wir haben ja keine Probleme, wie wir gelernt haben. Sind alles Herausforderungen, die uns helfen sollen. Bei den meisten findet man allerdings nie raus, wobei einem die helfen sollten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Allgemein

„Was bringt den Doktor um sein Brot?“ & die Heilwirkung des Götzzitats

„Was bringt den Doktor um sein Brot?
A. die Gesundheit
B. der Tod

Drum hält der Arzt, auf das er lebe
uns zwischen beiden in der Schwebe.“

Eugen Roth

Der Spruch hing im Wartezimmer meines ersten Hausarztes, zu dem ich als Kind ging. Ich genoss somit nicht nur früh einen sehr realen Einblick in medizinische Selbsterkenntnis, sondern bekam auch gleich eine lebensnahe Philosophie-Lektion im Volksschulter.
Es hat mir nicht geschadet. Im Gegenteil.

Der gleiche Arzt meint auch, ein Kind müsse „3 Kilo Dreck im Jahr fressen“ damit es immun gegen Krankheiten und Lebenswidrigkeiten werde. Danke lieber Herr. Doktor, ich hab´s sicher auf mindestens 5 Kilo gebracht und zumindest die Kindheit war (vielleicht dadurch) eine relativ gesunde, unbeschwerte.

Vielleicht hätte ich auf 6 Kilogramm aufstocken sollen und diese Diät auch ins Erwachsenenalter mitnehmen solle. Denn lt. mancher Studien ist gerade die heutzutage so exzessiv betriebene klinische Sauberkeit und der Nichtkontakt mit „Dreck“ einer der Gründe, warum Morbus Crohn immer aktiver wird – dem Immunsystem ist schlichtweg fad, es hat nichts zu tun und greift mal eben den Darm an.

Aber wie bei so vielen Studien gibt es auch hier die üblichen Nichtübereinstimmungen: bei mir ist es definitiv nicht klinisch sauber. Dem Crohn ist das herzlich egal, er kommt und geht, egal ob geputzt wird oder nicht.

Der gleiche Medizinmann riet meiner Mutter übrigens auch, zukünftige Magengeschwüre mittels Götzzitat* im Keim gleich zu ersticken: „… aber das muss wirklich aus ganz tief innen kommen! Von der Zehe herauf, bis zur Haarwurzel und dann dem anderen so richtig reinsagen. Dann sind´s den Dreck für immer los und es belastet Sie nicht im Magen.

Das belastet mitunter dafür zwar manche Beziehung und könnte im Kommunikationsbereich unter Umständen ein wenig zu Probleme führen. Es verhinderte bei ihr aber bis heute erfolgreich Magenprobleme.

Ein sehr weiser, der Wahrheit und Menschenkenntnis tief verbundener Mann, der Herr Medizinalrat. Solche Ratschläge sind heute eher selten. Schade irgendwie.

*Mit dem besagtem Götzzitat ist nicht „Wo viel Licht ist, ist viel Schatten“ gemeint (das dem Götz der Goethe ins  Maul geschrieben hat), sondern das andere, das auch als „schwäbischer Gruß“ bekannt ist.

View More