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Long time no see – Zeit, das crohnische Blogleben wachzuküssen

Es ist still geworden hier.
Sehr still.

Und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht genau, wann aus einer kleinen Pause plötzlich mehrere Jahre geworden sind. Vermutlich irgendwann zwischen Arztterminen, Alltag, Erschöpfung, neuen Diagnosen und dem Gefühl, eigentlich schon alles gesagt zu haben. Die Motivation wäre auch mal da gewesen, aber dann hat sie angesichts des körperlichen Terminkalenders spontan einen Pensionsantrag gestellt und war lange Zeit unauffindbar.

Hinzu kommt: Irgendwann beginnt man sich zu fragen, ob man wirklich noch den nächsten Beitrag darüber schreiben muss, wie mühsam chronische Krankheiten sein können. Oder über medical gaslightning. Oder über Medikamente und Therapieversagen. Oder Untersuchungen. Oder darüber, dass der eigene Körper manchmal Ideen hat, auf die man in 3 Leben nicht gekommen wäre. Aus gutem Grund.

Und gleichzeitig gibt es mittlerweile so viele Menschen, die öffentlich über chronische Erkrankungen schreiben, sprechen, aufklären und sichtbar machen, was lange unsichtbar war. Was gut ist. Wirklich gut.

Vielleicht dachte ein Teil von mir deshalb auch: „Es wurde eh schon alles gesagt.“
Aber vermutlich stimmt das gar nicht.

Denn jeder Mensch erlebt Krankheit anders. Und vielleicht geht es bei solchen Blogs am Ende gar nicht darum, ständig etwas Neues zu erzählen. Sondern darum, dass man zwischendurch einfach sagt:

„Ich bin noch da.“ Also …

Hallo. 🙂

Manche von euch lesen hier vielleicht tatsächlich noch mit. Verrückter Gedanke eigentlich, aber einer mit Hoffnung. Dieser Blog begleitet mich mittlerweile länger als manche Freundschaften und definitiv länger als so mancher Darmabschnitt.

Und letztes Jahr hätte es eigentlich sogar ein Jubiläum gegeben:
20 Jahre Crohn-Diagnose.

I mean: Zwanzig!?!!!

Allein diese Zahl fühlt sich seltsam an. Fast ein bisschen absurd. Ich hatte sogar begonnen, einen Beitrag darüber zu schreiben. Aber 2025 war ehrlich gesagt ein ziemlich furchtbares Jahr und irgendwo zwischen „ich sollte den Text fertig machen“ und „ich würde mich gerade lieber unter einer Decke verstecken und mit niemandem reden“ blieb der Entwurf liegen.

Passiert.

Dafür ist in dieser stilleren Zeit auch Neues entstanden. Nicht hier am Blog, sondern an anderer Stelle.

Vielleicht haben manche von euch es sogar schon entdeckt: Neben all dem gesundheitlichen Chaos, Arztbriefen und „eigentlich sollte ich mich ausruhen“ ist in den letzten Jahren ein Herzensprojekt gewachsen, das mit Crohn auf den ersten Blick gar nichts zu tun hat — und irgendwie vielleicht doch.

Ein Kartenset über Bäume, Wurzeln, innere Themen und das, was uns trägt.

Wenn ich so darüber nachdenke, zieht sich da vermutlich ein roter Faden durch die letzten zwanzig Jahre: Der Versuch, Dinge sichtbar zu machen, für die man oft keine richtigen Worte findet.  Damals mit Zeichnungen über chronische Krankheit. Heute mit Bildern, Symbolen und Geschichten.

Und vielleicht war genau das auch einer der Gründe, warum es hier so ruhig geworden ist: Manche Geschichten verändern mit der Zeit einfach ihre Form.

Dafür ist vor kurzem noch etwas passiert, womit ich im Leben nicht gerechnet hätte:

Mein Buch „Shitstorm im Darm“ wurde in Polen veröffentlicht!

Ja. In Polen.

Falls mein jüngeres Ich von damals das liest: Nein, ich verstehe es auch nicht ganz. Aber ich freu mich mega heftig sehr darüber 🙂

Irgendwo sitzt jetzt offenbar jemand in Polen und liest meine Gedanken über chronische Krankheit, Darmchaos und das Leben mit einem Körper, der manchmal sehr kreative Vorstellungen von Zusammenarbeit hat.

Und ehrlich? Das fühlt sich gleichzeitig wunderschön und komplett surreal an.
Darüber möchte ich euch beim nächsten Mal ein bisschen mehr erzählen.

Vielleicht wird es hier also tatsächlich wieder etwas lebendiger.
Zumindest ein kleines bisschen.

Danke – dass DU noch da bist und mitliest.

Dla czytelników z Polski

SektglaeserMitKonfetti sm 219x300 - Long time no see – Zeit, das crohnische Blogleben wachzuküssenCześć i serdecznie witam!
Bardzo się cieszę, że trafiłaś/trafiłeś na mojego bloga. 🙂

Mój blog jest po niemiecku i niestety nie mówię po polsku — ale ogromnie się cieszę, że moja książka ukazała się również w Polsce.

Może tłumacze internetowe trochę pomogą.
A kto wie — może niektóre rysunki można zrozumieć nawet bez słów.

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Habt es hübsch!

Danke 2024, für alle Lektionen, alle Herausforderungen, alle Probleme und alles, was dazu geführt hat, dass schlussendlich doch noch alles gut gegangen ist! 

Am Ende des Jahres macht man gerne Rückblicke – den erspare ich dir heute 😉 Der Crohn-Blog war die meiste Zeit des Jahres im Tiefschlaf, aus vielerlei Gründen, wie du im letzten Beitrag (hier) nachlesen kannst. Meinen persönlichen Rückblick behalte ich an dieser Stelle auch lieber für mich, denn Flüche und Schimpfwörter kommen bei Suchmaschinen nicht so gut an. Einigen wir uns einfach darauf, dass es für viele von uns, aus unterschiedlichen Gründen, ein anstrengendes  Jahr war.

Mein Cartoon ist gewohnt sarkastisch, mit wahren Momenten, aus meiner ungeschriebenen Biographie erzählt. Wer den lieben Herrn Crohn kennt, der weiß, dass ihm Feste und Feiertage schnurzpiepegal sind. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass er dann besonders fest auf die Pauke haut. Vermutlich um einen Konterpunkt zur lieblichen Weihnachtsmusik zu setzen. Wenn er es sich bei dir über die Feiertag gemütlich gemacht hat, dann wünsche ich dir, dass er zu Neujahr erledigt ist und sich für das nächste Jahr (und länger) eine Auszeit nimmt.

Morgen ist Weihnachten und in einer Woche ist 2024 Geschichte. Ich drücke uns allen die Daumen, dass 2025 viele schöne Überraschungen, harmonische Begegnungen und erfreuliche Aha-Momente bereit hält. Dir, liebwerte Leserin, liebwerter Leser, wünsche ich von ganzem Herzen zauberhafte Tage, egal ob und in welcher Form du feierst.

Hab eine schöne Zeit, lass es dir gut gehen und verlier den Mut nicht – ich freu mich auf ein Wiederlesen im neuen Jahr!

Briefe aus dem Leben mit CED, Cartoons

Happy Halloween

Long time no see, wie man heute so schön sagt – lange nicht gesehen … oder gelesen, gehört, geschrieben. Tja, was soll ich sagen/schreiben – es war eine stürmische, traurige, wirbelwindige, schmerzhafte und intensive Zeit, seit meinem letzten Blogbeitrag im Dezember 2022.

Geplant war die Pause so nicht, zumindest nicht so lange. Aber am Ende der meisten Tage war einfach keine Zeit und keine Kraft mehr über für das, was nicht dem Überleben dieser Tage gegolten hat. Das Leben hat mir schlichtweg eine andere To-Do-Liste diktiert also die, die ich mir gewünscht hätte. Es gab Abschiede, Operationen, Veränderungen, Erschöpfung, Reha, neue Therapien, neue Begegnungen, weitere Veränderungen und vieles, vieles mehr.
In diesem Lebens-Chaos fanden sich weder Zeit noch Lust, noch Ideen um meinen Blog mit dem Inhalt zu füttern, der dir, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, zumutbar und schmackhaft wäre.

Nun neigt sich das Jahr 2024 sanft Richtung Ende und es ist die Zeit von Halloween. Das hat meine Kreativität völlig spontan (und ganz klassisch nächtens) in Richtung Kürbis a la Crohn getriggert. Womit ein Strich den anderen ergab und am Ende war eine crohnische Halloween-Deko beisammen, die für alle mit CED ein realistisches Horrorszenario darstellt.

Das Zeichnen dieses Cartoons hat Spaß gemacht, so richtig Spaß, endlich wieder. Nach langer Zeit, wo der Griff zum Stift nur ein „Warum“, aber keine Ergebnisse geliefert hat. Ich hab mich bei diesem Cartoon wie früher im Zeichnen verloren, neu gefunden, Freude und Trost, Antworten und Erkenntnisse entdeckt. Klingt nach schwerem esoterischen Tiefengesulze, ist aber genauso gemeint.

Mag sein, dass der Grund dafür das neue Zeichenprogramm war, in das ich vor Wochen regelrecht hinein gekippt bin, das mich zum Skribbeln, Krakeln und Kritzeln motiviert hat. Was unerwartet die Freude an diesen Dingen wachgeküsst hat.

Mag sein, dass es der Besuch meiner Freundin Angelika war, die mich im Sommer mit ihrem Freiraumbus beehrt und mit tiefen, wundervollen Gesprächen regelrecht beglückt hat. Sie war auf Lesereise in Österreich, hat als Freiraumfrau ihr neues Buch vorgestellt, und wir haben die Gelegenheit genutzt, unsere primär online verlaufende Freundschaft mit erfrischenden offline-Tagen zu feiern. Angelika ist Künstlerin, Muse, Innenarchitektin, Motivatorin, Coachin und noch vieles mehr – und sie zeichnet schon viel länger, intensiver und dauerhafter als ich. Und vielleicht hat mich das getriggert und vielleicht war das der Grund, warum ich das neue Programm (siehe oben), das sie schon Jahre benutzt, selber ausprobieren wollte.

Mag sein, dass sich im Universum neue Ideen gefunden haben, die eine Empfängerin gesucht haben und dabei über mich gestolpert sind. Ideen, in der Mehrzahl – denn neben der Halloween-Deko aus dem Crohniversum sind da noch andere Funken aufgeploppt, die sich vielleicht demnächst im Blog finden werden.

Mag sein, dass es einfach Zeit war, wieder aktiv zu werden, nachdem diese Zeit des Trauerns, der Schmerzen, der inneren und äußeren Wirbelwinde und was da noch alles war … vorbei ist und eine andere, neue Zeit heraufdämmert.

Halloween ist eines der Feste im Jahr, die ich wirklich liebe. Ich mag es, wenn die Kinder verkleidet von Haus zu Haus ziehen. Ich mag das Orange der Kürbisse, liebe Orange in allen Versionen und Interpretationen und der Herbst heuer beglückt mich mit diesen Farben grad ganz besonders. Ich liebe auch den Nebel, liebe Spaziergänge im Nebel, wenn er mich wie Watte umwickelt und mir eine gänzlich andere Welt zeigt, in der alles neu und anders ist.

Halloween ist für mich die Kombination aus gemütlich und kreativ, aus Nebel und Orange eben. Ein alter Zyklus endet, ein neuer beginnt – auch das ist Halloween. Im Kalender unserer Vorvorvorfahren hat das Jahr mit diesem Fest begonnen. In gewisser Weise tut es das auch bei uns noch. Also ist das auch ein guter Zeitpunkt, um ein Lebenszeichen auszuschicken, mit herzliche Grüßen und der Hoffnung, dass es dir, liebe Leserin, lieber Leser, gut ergangen ist in der Zeit, als mein Blog einen intensiv verlängerten Winterschlaf gehalten hat.

Ich wünsch dir jedenfalls ein echt Happy Halloween und dass die Horrorszenarien aus dem Cartoon im echten Leben einen großen Bogen um dich machen!
Und ich denke, dass bis zum nächsten Blogbeitrag keine zwei Jahre vergehen werden 😉 In meinem Ideen-Ordner hat sich einiges angesammelt, das ich mitteilen mag. Unter anderem die Kombination aus Crohn und Wechsel (Menopause) – und welche Lösungen ich für mich gefunden habe, um dieser Beziehung die Brisanz zu nehmen. Dann gilt es noch am Therapie und OP-Sektor einen Kassasturz zum machen: Welche sind neu hinzugekommen, welche hätte ich mir rückblickend ersparen können?

Auch nach vielen Crohn-Jahren hat der alte Mistkerl noch immer einige Special Effects auf Lager, mit denen er mich zum Staunen (und Fluchen) bringt und vielleicht helfen dir meine Erfahrungen, besser mit den deinen umzugehen.

Aber nun heißt es erstmal Happy Halloween!
(Und ich freu mich, wenn du mich wissen lässt, wie es dir in den letzten beiden Jahren ergangen ist :))

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