„Was bringt den Doktor um sein Brot?“ & die Heilwirkung des Götzzitats
„Was bringt den Doktor um sein Brot?
A. die Gesundheit
B. der Tod
Drum hält der Arzt, auf das er lebe
uns zwischen beiden in der Schwebe.“
Eugen Roth
Der Spruch hing im Wartezimmer meines ersten Hausarztes, zu dem ich als Kind ging. Ich genoss somit nicht nur früh einen sehr realen Einblick in medizinische Selbsterkenntnis, sondern bekam auch gleich eine lebensnahe Philosophie-Lektion im Volksschulter.
Es hat mir nicht geschadet. Im Gegenteil.
Der gleiche Arzt meint auch, ein Kind müsse „3 Kilo Dreck im Jahr fressen“ damit es immun gegen Krankheiten und Lebenswidrigkeiten werde. Danke lieber Herr. Doktor, ich hab´s sicher auf mindestens 5 Kilo gebracht und zumindest die Kindheit war (vielleicht dadurch) eine relativ gesunde, unbeschwerte.
Vielleicht hätte ich auf 6 Kilogramm aufstocken sollen und diese Diät auch ins Erwachsenenalter mitnehmen solle. Denn lt. mancher Studien ist gerade die heutzutage so exzessiv betriebene klinische Sauberkeit und der Nichtkontakt mit „Dreck“ einer der Gründe, warum Morbus Crohn immer aktiver wird – dem Immunsystem ist schlichtweg fad, es hat nichts zu tun und greift mal eben den Darm an.
Aber wie bei so vielen Studien gibt es auch hier die üblichen Nichtübereinstimmungen: bei mir ist es definitiv nicht klinisch sauber. Dem Crohn ist das herzlich egal, er kommt und geht, egal ob geputzt wird oder nicht.
Der gleiche Medizinmann riet meiner Mutter übrigens auch, zukünftige Magengeschwüre mittels Götzzitat* im Keim gleich zu ersticken: „… aber das muss wirklich aus ganz tief innen kommen! Von der Zehe herauf, bis zur Haarwurzel und dann dem anderen so richtig reinsagen. Dann sind´s den Dreck für immer los und es belastet Sie nicht im Magen.“
Das belastet mitunter dafür zwar manche Beziehung und könnte im Kommunikationsbereich unter Umständen ein wenig zu Probleme führen. Es verhinderte bei ihr aber bis heute erfolgreich Magenprobleme.
Ein sehr weiser, der Wahrheit und Menschenkenntnis tief verbundener Mann, der Herr Medizinalrat. Solche Ratschläge sind heute eher selten. Schade irgendwie.
*Mit dem besagtem Götzzitat ist nicht „Wo viel Licht ist, ist viel Schatten“ gemeint (das dem Götz der Goethe ins Maul geschrieben hat), sondern das andere, das auch als „schwäbischer Gruß“ bekannt ist.

Sch…. Krankheit. Aber Du hast etwas Kluges und nachdenklich machendes geschrieben!
Halte bloß durch …
Vielen Dank – für Durchhaltewunsch und dein Feedback 🙂
Alles Liebe
MiA
Liebe Michaela,
musste gerade herzlich lachen über den „coolen“ Hausarzt und seinen Tipp mit dem Götz-Zitat! Ich bin durch Zufall auf Ihre Seite geraten, weil ich Eugen Roth’s Gedicht gesucht habe!
Ihr Buch kenne ich zwar nicht, aber Ihr Humor gefällt mir, ich werde mal auf Ihre Homepage schauen.
Da ich bereits seit über 33 Jahren nicht mehr krank war, beschäftige ich mich eher NUR mit Gesundheit, da man alles anzieht, womit man sich gedanken- und gefühlsmäßig beschäftigt.
Auf alle Fälle aber möchte ich Sie informieren, da Bekannte von mir diesen „Herrn Crohn“ in den Griff bekommen haben. Hat zwar etwas gedauert, da NUR mit natürlichen Wirkstoffen, aber dafür nachhaltig und sich damit für immer von diesem „Herrn C.“ verabschiedet haben.
Falls Sie das interessieren würde, schreiben Sie mir einfach!
Alles Liebe und Gute aus Linz-Leonding!
Gertraud Endl