Allgemein

In dieser Kategorie findest du die Mehrzahl der Beiträge im Blog: Worum es im Blog geht, Linktipps und Buchempfehlungen, generelle Infos rund um Morbus Crohn und andere CED, Ernährung und Diät, Videos, Frust und Freude, neue Mediks und Geschichten aus dem Leben mit einer CED – eine bunte Mischung aus allem!

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Kartenhauskarussell

Müde – das ist das Schlagwort dieser Tage.
Ich bin müde.
Nicht „wenig-Schlaf-gehabt“-müde.
Nicht „zu viel getan“-müde.
Nicht „schlechten-Tag-gehabt“-müde.
Sondern „Alles ein bisschen mehr als zu viel gewesen“-müde.

Und dieses „alles“ lässt sich auf ein paar Faktoren einschränken. Nämlich zu viel, zu lange andauernde Situationselastik, von außen und innen:

Wenn man am Beginn der Woche keine Ahnung hat, ob der Kalender sich täglich dreimal neu schreibt und man am Ende der Woche entweder gar nichts oder viel zu viel gebacken bekommen haben musste.

Wenn man zum Doc-Date ins Krankenhaus aufbricht und keine Ahnung hat, ob man trotz rechtzeitig wegfahren auch rechtzeitig da ist, weil die nach wie vor nicht eingespielten Corona-Kontrollen so chaotisch sind und man dann erst beim Betreten des Raumes sieht, ob man auch wirklich bei „seinem“ Doc gelandet ist … oder seiner nicht geliebten Vertretung (und damit das ganze Abenteuer, den Aufwand und die Hoffnungen in den Kübel kicken kann).

Wenn man Aussicht auf ein paar schöne Tage hat und Madame Migraine einem genau dann beehrt und man versucht dennoch durchzuhalten. Wissend, dass die Schönheit des Moments sich erst lange danach als Erinnerung ergeben wird … oder auch gar nicht.

Wenn dies und das und nochwas ... und all das nicht, wenig oder ganz anders kommt, geht, sich zeigt oder wasweißich.

Ich bin müde, frustriert, resigniert, erschöpft und – als Crohnie besonders perfide, also bitte einmal kräftig „Ha Ha“ – scheiß drauf.

Ich hatte Hoffnungen und Pläne für dieses Jahr. Und wie bei allen anderen Menschen auf dieser Welt hat auch bei mir das Leben gemeint, dass es mal eben ein neues Level freischaltet und spontan prüft, inwieweit ich mich an das statische Sein angepasst haben oder ob ich eh noch beweglich genug bin, die sich täglich dreimal ändernden Umstände, Emotionen, Termine und Vorgaben wie ein Lebensschleudertrauma flexibel ins Dasein zu integrieren.
Da kann einem schon mal die Luft ausgehen und dafür braucht es gar keine Maske (die das alles nicht schlimmer macht, sondern zumindest dafür sorgt, dass man sich Mengen an Make-Up spart, um zu versuchen cool und fesch auszusehen, und keiner sieht, dass einem darunter nicht nach Lächeln zumute ist).

Abgesehen vom bösen C wäre der Sommer ein schöner gewesen. Also wenn man auch davon absieht, dass (mir) die Hitze teilweise unerträglich war und sich in unmittelbarer Umgebung ein paar sehr zu Herzen gehenden Lebensdramen abgespielt haben, es teilweise noch immer tun und nein, da kann Frau sich nicht raushalten oder abschalten oder wegsehen.

Ich bin unendlich müde … und es hängt zur Abwechslung mal nicht (nur) am niedrigen Eisenspiegel und am blassen Blutbild.
Ich bin grundmüde … und die zunehmend mehr werdenden Migränetage machen das nicht besser.
Ich bin winterschlafmüde … und bedaure einmal mehr, nicht als Bär auf die Welt gekommen zu sein.
Ich bin frustriert-müde … und die Gründe dafür sind üppig.

Was ich hätte tun sollen-wollen:

Mich volle Kanne in das Projekt „MEIN ERSTES BUCH BEKANNT MACHEN UND PROMOTEN“ zu stürzen.
Sprich: Mit Verve netzwerken, Kontakte kontaktieren, Bonus-Content kreieren, Lesungen und Auftritte organisieren, Social Media befüllen und mich als Neo-Autorin positionieren.

Außerdem: Mir Gedanken über ein mögliches nächstes Buch machen, eine Übersetzung des ersten ins Englische zu ermöglichen suchen und meine ultimative Positionierung als Darm-Fluencerin zu inszenieren. Ich hätte pushen und dingsen, schreiben und reden, zeichnen und filmen, dies und das und noch was wollen-sollen. Und es ist nicht nur dem Big-C zu verdanken, dass so gut wie nichts davon geschehen ist.

Mein Buch wächst leise und zart in die Welt – im Sinne von: Wird bekannter. Nicht in dem Ausmaß und der Schnelligkeit, wie der Verlag und ich es uns erhofft haben, aber es wächst stetig. Und das Schönste: Die Reaktionen sind durch die Bank gut, motivierend und erfreulich. Aktuell (Stand September 2020) sind es 14 Sternebewertungen auf Amazon, mit 10 Rezensionen ebendort.

Die Rezensionen bzw. Buchbeschreibungen von anderen, in Blogs & Co., sind wie gehabt und ja, ein bisschen tut es weh, weil wir sehr viele Rezensions-Exemplare ausgeschickt haben (und vorweg gefragt haben, ob Interesse an einer Rezension besteht), aber bis heute nur sehr wenige Retourmeldungen dazu gekommen sind. Dafür sind die, die da sind, bekräftigend und erfreulich und machen sehr happy. Und ich bekomme immer wieder sehr berührende, schöne, ermutigende Mails von LeserInnen, die mich für Tage glücklich machen. Das tut unendlich gut, bestärkt und macht Mut.

Andererseits habe ich selbst auch einen Stoß Bücher hier liegen, die ich lesen und rezensieren sollte und einige liegen schon länger – mea culpa. Insofern alles gut und verständlich, so ein Buch liest sich nicht von selbst und das Schreiben darüber braucht auch nochmal Zeit und Motivation.

Die Idee und der Wunsch Lesungen zu machen, waren vor Big-C sprudelnd und ambitioniert. Das Ganze dann C-bedingt virtuell zu machen scheiterte an meiner mangelnden Kraft, mich dem Thema situationselastisch anzubiegen und der Tatsache, dass Zoom-Meetings und Videos not my yellow from the egg sind. Nicht von technischer Seite her, sondern betreffend Aufwand und Anstrengung (und Eitelkeit: Ich mag mich auf Videos nicht ansehen).

Immerhin: Eine virtuelle Lesung für ein Unternehmen gabs – ohne Bild, dass sich durch die kollabierende Internetverbindung gleich zu Beginn verabschiedet hat. Dabei hab ich mich dafür extra hübsch gemacht und auch den Hintergrund beschönt. Ich hoffe, es kam auch verbal fesch rüber 😉

Fakt ist, dass ich das alles auch ohne Big-C nicht so geschafft hätte, wie ich es mir im Frühjahr erhofft-träumt habe. Nicht mit meinen unsichtbaren Sidekicks namens Crohn, Migräne, Fatigue und dem Rest der fiesen Gang. Es hat einen guten Grund, dass ich seit 2016 in Berufsunfähigkeitspension bin, also nicht arbeitsfähig. Und ein Buch in der Form zu promoten, wie ich es vor hatte und wie es vermutlich gut wäre, ist ein 24/7 Fulltime-Job.

In den letzten Jahren hat sich zudem meine Migräne zu einer wahren Pest herausgewachsen. Diesen August bin ich auf 14 Schmerztage gekommen, mit 11 Anfällen. Das ist ein neuer, persönlicher und sehr schmerzhafter Rekord, auf den ich keinen Wert gelegt habe.
Funfact: Es sind genausoviele Schmerztage, wie ich aktuell Sternebewertungen für „Shitstorm im Darm“ habe. Darüber kann man bei einem Hafer-Matscha-Ladde schon ein paar Sekündchen filausoflieren. Doch wer die Hälfte des Monats Schmerzen im Oberstübchen hat, der (die) hat keine Kraft über, um sie stylish im grünen Hafer-Gschloder zu versenken.

Und ich liebe Matcha-Latte.
Und philosophiere auch gerne.

Wenn ich ehrlich bin, dann ist es vermutlich diese Komponente, die den größten Anteil an meiner Frust-Erschöpfung-Sinn-Müdigkeit hat. Ich meine: Wadsefuck???

Ich habe 99% der Dinge probiert, die man bei Migräne probiert, in absolut jeder medizinischen-alternativen-komplementären Richtung. Der fiesen Hirn-Funsen ist es sch***egal. Sie kommt und geht, wie es ihr gefällt.
Akkupunktur, Homöopathie, Schmerzmediks quer durch die pharmazeutische Landschaft (NSAR, Non-NSAR, Triptane …), einmal durch alle Kräutergärten der traditionellen Medizinen, Stressvermeidungs- und Entspannungstechniken (alles, wirklich ALLES was es gibt – kann einen Workshop nur dazu machen). Außerdem Injektionen in vielerlei Form und (immer, IMMER!) dahin, wo es richtig-richtig weh tut und seit 2 Jahren ein Spezial-Elektrodengerät, dass mir zwei-dreimal täglich die Nerven im Köpfchen ordentlich durchbrutzelt, damit sie abgehärtet und disziplinierter werden.

Wer sich nun berufen fühlt, mir Tipps á la „… hast du schon XYZ probiert“ zu senden-sagen-schreiben: Bitte verzichte darauf und geh davon aus, dass ich es probiert habe, vermutlich sogar mehrfach.
Das gilt speziell für Diäten, Bioresonanz und andere Austestungen, Geistheilung, Handauflegung, Nahrungsergänzungsmittel, sämtliche klassischen und energetischen Massagerichtungen, Schüsslersalze, Wundersalben, Zauberpflaster, Himmelskonstellationsveränderungen, Seelenklempnereien und vieles anderes, ähnliches.

Ich mache täglich Yoga, seit Jahren.
Ich meditiere täglich, auch schon eine ziemliche Lebenszeit lang.
Ich bin viel in der Natur, gehe täglich (Danke Hundegirl) spazieren – meine Kondi ist nicht brüllend, aber gut.
Ich halte mich seit Jahren strikt an meine Diät und die sehr seltenen Ausrutscher dann und wann gehören zu dem, was man Leben nennt.
Ich weiß, was bei mir Anfälle auslösen kann: grelles Licht, Stress, falsches/zu spätes/zu üppiges Essen, zu wenig Essen, Lärm, zu wenig Trinken, bestimmte Nahrungsmittel, blöde Mitmenschen, Katastrophen, Wetteränderungen, Bauchbeschwerden, starke Gerüche, Überanstrengung in jeder Form, zu wenig Schlaf, zu viel Schlaf, die Mondphasen über der Sahelzone usw. usf.

Und ich versuche soviel davon zu meiden, wie nur möglich und sofern es sich vermeiden lässt. Was nicht immer geht, denn: This is life – it happens, obwohl du versuchst es zu vermeiden.
Doch selbst wenn ich alles, absolut alles, was ich meiden kann, meide, passiert es trotzdem immer wieder und der Kopf explodiert vor Schmerz. Der Tag ist im Eimer, die Kraft geht fürs Durchhalten drauf und der Magen muss einmal mehr mit den Schmerzmediks klarkommen, damit der Rest des Körpers zumindest ein erträgliches Sein hat. In 7 von 10 Fällen habe ich keine Ahnung, warum es so ist, was diesmal der Auslöser war, wer oder was Schuld hat.

Ich bin im Grund ein positiv denkender Mensch, mit Zielen und Ideen und Wünschen fürs Leben. Ich habe also das, was man SINN im Leben nennt und meine Ideen dafür reichen weit, weit in die Zukunft. Und dennoch bin ich momentan einfach nur unendlich müde von diesem Sein. Es ist immer wieder zu viel Erschöpfendes darin, als man mit gewaltigen 1,61cm Körpergröße und klatschnassen 60kg erträgt. Und dann fragt man sich, ob der Sinn noch einen solchen macht.

Was mir „das“ sagen soll, frag ich übrigens schon lange nicht mehr. Das hat keinen Sinn, da geht man nur in den Wirren des Denkens grübelnd unter, ohne auch nur den Anschein von Licht am Ende des Dunkels zu finden und bekommt zusätzlich Kopfschmerzen.

Seltsamerweise geht es dennoch immer irgendwie weiter.
Seltsamerweise stehe ich dennoch immer wieder auf, rolle mich auf meine Yogamatte, versuche mich soweit zu entwirren und entwickeln, dass ich es schaffe, körperlich in den Tag zu steigen.
Seltsamerweise geht mein Kopf dennoch über vor Ideen, Geschichten, kreativen Vorstellungen, die ich unbedingt umsetzen will.
Seltsamerweise findet sich dennoch immer wieder Kraft, damit ich das dann auch tun kann.
Seltsamerweise springt dennoch fast täglich ein Funke an, der mir soviel Wärme schenkt, dass ich mir einheizen kann, mich dem Tag stelle, virtuell in die Hände spucke und zumindest Teile meines Planes, meine Welt zu einem besseren Ort zu machen, in Angriff nehme.

All das kostet Kraft und noch mehr Zeit und wenn einem, dank Madame blödes-Mistvieh-Migraine die Hälfte des Monats gestohlen wird, dann ist am Ende des Monats eben auch nur entsprechend wenig passiert und im Außen sieht man kaum was davon.

Will sagen: Mich gibt es noch, ich lebe, ich zeichne und schreibe (wieder), ich bin aktiv, soweit ich aktiv sein kann, und freue mich, dass mein Buch auch ohne meine aktive Begleitung gehen gelernt hat, sich zaghaft umsieht und seinen Weg durch die Welt gehen wird. Halt eben in einer anderen, langsameren, aber ermutigend hoffnungsstureren Weise, als ich geplant hatte.

Der Rest ist ein Kartenhaus-Karussel: Immer knapp vorm Einstürzen, immer in Bewegung, ohne Plan, fallweise dreht man sich im Kreis, fallweise wird man gedreht und dann wieder gehts hoch hinaus, so dass man den Rand der Welt und darüber hinaus sehen kann. Und fallweise purzelt man ein paar Stockwerke tief hinunter, umgeben von fallenden Karten, die wie Herbstblätter in alle Richtungen davon stieben und im besten Fall den Fall bremsen.

Leben eben.
Auf meine eigene, sehr spezielle Art.

Danke fürs weiter hier Mitlesen, Zuhören und drauf Warten, dass was erscheint.
Ich liebe euch!

Allgemein, Cartoons

Bine ist im Regenbogenland

Liebe Bine,

heute mittag hast du die letzte Etappe deiner Reise ins Regenbogenland angetreten.
Begonnen hast du sie vor vielen Wochen, Monaten, vielleicht sogar schon Jahren. Dein wunderbarer Mann Alexej und die zauberhaften Bassetinen Wilma und Frieda geleiten dich, wie sie dich schon seit Wochen, Monaten, Jahren begleitet haben.
Aus nah und fern kommen jede Menge guter Wünsche, Tränen, Dörtschn-Grüße und Umarmungen für euch alle – auch von mir.

Mein Gefühl, meine Hoffnung sagen mir, dass es Dir jetzt gut geht, die Schmerzen vorbei sind und der nächste Abschnitt des Seins gut begonnen hat.

Mein Gefühl, meine Hoffnung sagen mir, dass Du den Übergang, das Finden des Durchschlupfes (deine Worte), unfassbar toll und gut gemeistert hast. Du hast, was den Umgang mit diesem Übergang (auch Sterben genannt) betrifft, ein Level vorgegeben, von dem ich meinerseits hoffe, zumindest in Sichtweite zu deinem zu kommen.

Mein Gefühl, meine Hoffnung sagen mir, dass alles soweit gut ist. Was auch die Trauer, die Tränen, den Schmerz und alles andere, was man so gemeinhin nicht als „gut“ bezeichnen würde, betrifft.

Es ist gut zu trauern, zu weinen, den Schmerz, den Verlust zu spüren – wärs anders, wärs noch schlimmer. Mein Gefühl und meine Hoffnung sagen mir all das und noch viel mehr.

Dennoch tropfen Tränen auf meine Tastatur, die mehr sind als Trauertränen, Verlusttränen, Schmerztränen. Ich bin wütend, fassungslos, enttäuscht und will ein teueres, 120-teiliges Porzellanservice zerdeppern. Ich muss verdammt nochmal was kaputt machen, es mit Wumms zerscherben (Fachbegriff aus der Archäologie, wenn man den Toten der Urzeit Keramik mitgab, indem man dafür sorgte, dass auch sie „starb“). Ich will laut und hysterisch schreien und das eine oder andere Teil mit extra viel Verve an die Wand knallen. Es soll krachen und die Bine-Leere in mir füllen, damit ich zumindest ein Bine-Echo höre.

Und bin zu müde dazu, zu traurig, zu … wasweißich.

Ich habe gedacht, dass ich mehr als genug „Erfahrung“ im Umgang mit Trauer hab, viel mehr als genug, gewonnen in den letzten vier Jahren und nochmal viel zu intensiv aufgefrischt im letzten Herbst. Diese Wunden schmerzen noch sehr, tun noch länger weh.

Und jetzt bist Du am Weg ins Regenbogenland, wo Du, wie ich sehr hoffe, den Wolken ein neues Design verpasst. Ich erwarte und erhoffe mir Nasenmännchen-Wolken, Basset-Wolken, kichernde Regenbögen (kann man die mal umdrehen? Also mit dem Bogen nach unten hängen lassen?), Dörtschn-Wolken – eben Design-by-Bine-Wolken.

#FuckCancer ist nur ein lahmer Abklatsch von dem, was ich eigentlich brüllen will. Und zu müde dafür bin. Zu traurig. Zu … wasweißich.

Ohne dich ist alles doof …

Ein alter Spruch und der war noch nie so wahr wie jetzt.

Social Media ist doof, wenn deine Bilder, deine Cartoons, deine Strandgut-Poesie, deine zart-wild-wunderbaren Postings und die damit verbundenen Gespräche fehlen.

Lieber Mark & Co, ihr könnt Insta, Twitter und FB jetzt schließen. Bine ist im Regenbogenland und dort gibts kein Wlan, das mit unserem Internet kompatibel wäre. Was besseres kommt nicht mehr.

Das real Life ist doof. Denn nun fehlt die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dir – wie vor einem Jahr in Stralsund: Du, Wilma, Frieda und ich, mit Kuchen und fancy Matcha-Soja-Latte, spontanem Second-Hand Boutiquebesuch, überall und andernorts kichernd Strandgutpoesie-Aufkleber verteilend, aufklebend … übers Leben und alles andere philosophierend, lachend, denkend, sinnierend … Bine eben.

SabineDinkelundMiaSchara 2019Stralsund - Bine ist im Regenbogenland
… zwei Nasenmännchen in Stralsund, am Weg zum nächsten Dörtschn.

Kirschen sind doof. Weil sie mich an #Kirschpeng erinnern und #Kirschpeng bist DU – deine Social-Media-Hashtags für deine gewünschte Freude-Leben-Unterstützung, die sich bei besonders tollem #Kirschpeng in #Glückspeng verwandelte.

Strand ist doof. Denn ohne Deine unfassbar riesig-gewaltige Phantasie beim Finden von Figuren und Geschichten aus Strandmüll ist alles, was man nun an einem Strand findet, leer und lau und einfach doof.

Doof ist doof. Weil es viel zu sehr verniedlicht und dem Gefühl, das damit verbunden ist, nicht gerecht wird.

Wir weinen, wir schicken Herzen, wir schicken virtuelle Umarmungen, essen Dir zu Ehren und mit den besten Gedanken an Dich üppige Dörtschn. Und manchmal kann man sanft kann hinter der gemeinsamen Trauer den Trost spüren, der darauf wartet, sich wie Balsam auf den Seelenschmerz zu legen.

Ich bin zu müde, mich zum Geschirrzerdeppern aufzuraffen. Bin zu müde um meine Wut über diese Ungerechtigkeit hinauszuschreien, dass es von allen wunderbaren Menschen ausgerechnet DICH hat treffen müssen, die wunderbarste weit und breit.
Bin sogar zu müde um zu weinen. Weil diese Müdigkeit ein ganz besonderer Schmerz ist, der da ist, seit du den Weg ins Regenbogenland gefunden hast. Eine sanfte, tiefe, schmerzstillende Müdigkeit, die auf eine sehr verdrehte Weise hilft und tröstet, wo man mit Worte und kaputtem Geschirr nichts trösten kann.

Ich hör dich auf der anderen Seite leise lächeln, einen Wolkenbasset kraulen und Kirschen mümmeln. Ich sehe dich am Wolkenstrand sitzen, im Ringelpulli, Strandgutpoesie der himmlischen Art kreieren und ganz besondere Wolkenmännchen entwerfen. Deine Hochsensibilität, deine Einfühlsamkeit, dein besonderes Bine-Sein nun in neue Gefilde tragen.

Und ich höre wie der Trost sich von diesen Bildern ermutigen lässt, der Wut in mir sanft die Tür zu weisen und sie zum Abschied in den Arm zu nehmen. Sie meint es ja nicht böse, sie kann halt auch nicht aus ihrer Haut heraus und will mir auf ihre Art nur helfen, die doofe Doofheit loszulassen. Sie ist deiner Hildegard, wie du deine besondere, hilfreiche Angst genannt hast, nicht unähnlich. Nur etwas ruppiger und wilder im Auftreten.

Ach Bine, du fehlst so unfassbar sehr und überall und ganz besonders … ich kann es nicht mal ansatzweise in Worte fassen.

Danke, dass du uns an deinem Weg hast teilnehmen lassen und sicher nicht nur mir gezeigt hast, wie man wirklich, voll und ganz und ernsthaft-heiter LEBT. Trotzdem einem das Schicksal ein paar fulminante Arschkarten ins Kartendeck geschummelt hat.

Danke für deine Herzlichkeit, dein Lachen, deinen Schabernack, deine Ideen und deine Unterstützung in jeder Hinsicht.

Danke, dass ich ein paar winzig kleine Momente deines Lebens mit dir teilen durfte und diese kostbaren Erinnerungssterne sind es, die meinen Trost füttern und mir sagen, dass da ein großer, tiefer Sinn dahinter stecken könnte. Der vielleicht aus heutiger Sicht nur unglaublich doof klingt, aber irgendwann einen sinnvollen Sinn ergeben mag. Oder auch nicht.

Jedenfalls liegt es an dir, dass ich nun noch lieber in den Himmel schaue und die Wolken einer kritischen Prüfung unterziehe – um nur ja keine von deinen zu verpassen.

Liebe, wunderbare Bine,

alles Gute am weiteren Weg und wenn es eine Möglichkeit gibt, uns wissen zu lassen, was wir deiner Meinung nach wissen sollen, dann lass es uns bitte wissen!

Bring die Regenbögen zum Kichern, du wunderbare, wortgewaltige, zauberhafte Zauberfrau und reservier mir bitte einen Platz in deiner Nähe, damit ich irgendwann, wenn es für mich soweit ist meinen Durchschlupf zu suchen, weiß, dass es da drüben eine gibt, die mich mit Kirschen und zwei Bassets erwartet, um mir den neuesten Wolkenschabernack zu zeigen und mit mir ein üppiges Dörtschn verschanbuliert.

Alles Liebe Bine-Sonnenschein,
ganz innig herzlich,
Michaela – MiA

About Sabine Dinkel

Sabine Dinkel ist … war Coachin und Autorin von 5 besonderen, sehr empfehlenswerten Büchern:

SabineDinkelBuecher - Bine ist im Regenbogenland

Ihr letztes Buch „Gute Tage trotz Krebs!“ ist dieser Tage im Humboldt-Verlag erschienen. Sie hat es in den letzten Monaten vor ihrem Durchschlupf zusammen mit ihrem wunderbaren Mann  Alexej Lachmann geschrieben. Vier der fünf Bücher sind nach ihrer Diagnose Eierstockkrebs entstanden.

„Nebenbei“ ist sie auch eine der Patinnen meines Buches „Shitstorm im Darm“. Ohne ihre Unterstützung und Motivation würde es mein Buch nicht geben.
Bei ihrem ersten Schnieptröte-Buch „Krebs ist, wenn man trotzdem lacht“ durfte ich eine der ProbeleserInnen sein und habe ein paar kleine Wortspenden beitragen dürfen. Das Buch ist der beste, hilfreichste und heiterste Ratgeber zum Thema Krebs & Co. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die selbst oder am Rande von diesem FuckCancer betroffen sind.

Das Aufstellbuch „Strandgutpoesie“ ist nicht nur Buch, sondern auch Inspiration und Deko zugleich: Kichern zum Aufstellen und das Beste, was man aus rumliegenden Strandmüll machen kann.

Sabine Dinkel ist eine der wenigen Menschen, die man getrost als Lebens-Sonnenschein und Resilienz-Wegweiser für einen besseren Umgang mit besch**** Lebenssituationen bezeichnen darf. Ihr Vermächtnis sind, neben unzähligen Mutmach-Begegnungen und Dialogen, diese 5 besonderen Bücher, wo sie der Welt wertvolle Tipps, Tricks und Heiterkeiten für eben diese besch**** Lebenssituationen hinterlassen hat:

Alle Bücher sind auf ihrer Website zu finden und bitte auch über die dort beschriebenen Möglichkeiten zu kaufen. Damit kann man ihr Werk und ihren Mann und die beiden Hunde am besten unterstützen.

Sie starb am 20/21. Juli 2020 in einem Hamburger Hospiz, im Alter von 53 Jahren, im Beisein ihres Mannes und der beiden Bassets.

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Ich hab noch keinen Sauerteig gehäkelt

Was für eine unglaublich tolle Zeit!
Was für eine Chance diese Krise doch ist!
Was für Möglichkeiten, ENDLICH alles – also wirklich ALLES!!! – zu tun, was wir schon IMMMMMER tun wollten!

Hach!
Hachhachhach ..

Ach.

Während gefühlt alle die Corotäne für ALL das nutzen, was sie schon IMMMMMER tun wollten, versuche ich krampfhaft meinen inneren Kalender upzudaten. Der ist irgendwann im März hängen geblieben und weigert sich den April zu installieren.
Was auch an der Pollenallergie liegen kann, die sich trotz Covid 19 nicht hat einbremsen lassen. Im Gegenteil: Sie hat die Isolation genutzt, um so richtig Fahrt aufzunehmen und ist, im Gegensatz zu mir, hochaktiv. Vielleicht ist das aber auch nur eine sehr subtile Abwehrreaktion meines sehr seltsamen Immunsystems. Mein Körperchen ist so mit der Allergie beschäftigt, dass vorbeikommende Covid 19 Viren möglicherweise denken, sie wären hier schon gewesen und weiterziehen.
Wenn dem so ist: Sehr perfide! Und sehr anstrengend.

Es gibt Tage, da bin ich stolz, wenn ich es aus dem Bett geschafft und frische Kleidung angezogen habe. Wenn dazwischen eine Dusche lag, dann gebe ich mir ein Fleißsternchen.
Es gibt Tage, da schaffe ich es den Berg Wäsche zu waschen, wegzuräumen und den Staubsauger hinter mir her zu ziehen und vor mich hin zu schieben. Je nachdem wo bei dem Ding das denkende Teil sitzt, das man als „vorne“ bezeichnen kann.
Wie bei einem Elefanten, wo der Rüssel ja auch nicht das Ding ist, das den Weg bestimmt.

Ich bin stolz auf mich, wenn ich es fast täglich schaffe, mir mittags etwas Warmes auf den Tisch zu stellen.
Und ich bin demütig mit mir, wenn das Beste, was dabei rauskommt, eine Schüssel mit Reis ist, die mit Sojasauce den Essensduft vom Lieblingsjapaner zu meiner schnupfgeplagten Nase hoch schickt.

Irgendwann drehe ich dann den PC auf oder aktiviere mein Hand, lese in meine Nachrichten hinein, klicke mich durch Instagram, Twitter und Facebook.
Und dann sind meine Demut und mein Stolz auf mich im A….rgen. Also da, wo die Sonne niemals scheint.

Himmelherrschaftzeitennochmal – is ja uuuunglaublich, was sich da bei den Leuten in der Quarantäne tut!!1!! Das Mindeste ist ja wohl, dass man nun endlich einen Sauerteig adoptiert oder ins Leben ruft, ihn täglich füttert, teilt, zu Brot und Brotähnlichem verarbeitet. Natürlich hat jeder Sauerteig auch seinen Namen, einige vermutlich sogar einen eigenen Insta-Account und Meldezettel. Die Namen sind denen von modernen Friseurläden eigen, also anlassoriginell, wie z.B. Gärtrud.

Ja.

Ansonsten hat man aktuell ein intensives Body-Workout zu absolvieren, dass mit „Zum Sonnenaufgang-Joggen“ und anschließendem Prä-Frühstücks-Power-Intensivyoga beginnt, sich nach dem Frühstück in einer 3 stündigen Zen-Meditation fortsetzt, nur unterbrochen vom Smoothiezubereiten (wahlweise mit selbstgepflückten, vorzugsweise auch selbst am Balkon, Terrasse, Garten angebauten Kräutern, Salaten, Sprossen, Sachenzeugs).
Alles glücklich lächelnd.
Nachmittag und Abend gehen mit Homecyclinglivelessons, Jazzworkouting und Pilatespowerdancing drauf.
Dazwischen wird gehomeofficed, was das Zeug hält. Außerdem lächelnd mit ZoomSkypeWebexWasauchimmer videokonferenzt und die Pausen verbringt man physically distanced aber socially connected auch gleich im Videochat. Mit FreundInnen und einem selbstgebrautem, veganen Matchaccinolatte. Während neben den Klassikern, zu denen man nun endlich lesend kommt, die selbstgemachten Quinoanudeln trocknen und alle gemeinsam good Vibrations chanten. Ohm auf Teufel komm raus.

Und dann gibt es mich.

Die es als gefühlt einzige noch nicht geschafft hat eine neue Fremdsprache zu lernen.
Die sich nicht dazu aufraffen kann ihre Klopapierrollen mit Ausdruckshäkeln zu verschönern.
Die froh ist, wenn das Shirt von gestern noch geht und die Hose leidlich passt. Nicht zum Shirt, sondern generell.
Die tapfer versucht der persönlichen Verwahrlosung entgegen zu steuern und versucht zumindest – ZUMINDEST! – den Alltag aus Prä-Coronazeiten aufrecht zu halten.
Wo Abstand halten nicht erzwungen war, sondern sich aus der eigenen Geschichte und dem Leben heraus ergeben haben. Ebenso wie vorausschauendes Einkaufen (nennt man nun Hamstern), ausreichend Klopapier (ich hab Crohn Leute!!! Ohne ausreichend Klopapier daheim hab ich schnappatmige Panikattacken!) und regelmäßiges Händewaschen (und eincremen! Weil man sonst sehr rasch die Gartenmöbel ohne Schleifpapier glatt hobeln kann.)

Und ich hab auch als vermutlich einzige noch keinen Sauerteig geboren, weswegen ich nach wie vor (nur) mit meiner süßen Hundemamsell Fanny einsam-zweisame Gassirunden drehe.

Was für ein Loserleben.

(Aus dem Denglischen, sprich: Lusalebn)

Es gibt Tage, da bin ich am Ende der Woche froh, wenn ich überlebt und die Mails der vorigen Woche beantwortet habe. Und mein Mailaufkommen ist minder, also sehr gering.
Es gibt Tage, da bin ich froh, wenn der Stofftaschentüchervorrat ausreicht, um einerseits meine Allergie geplagte und keine Papier-Tatüs vertragende Hatschinase trocken zu legen und die fallweise purzelnden Tränen aufzufangen.
Tränen, weil es auch immer wieder Tage gibt, wo die Wellen über mir zusammenschlagen – dieses elendige Geschwistertrio namens Traurigkeit, Depression und Weltschmerz, verbunden mit „eh schon alles wurscht„.
Dann ist alles dunkel und rauh, selbst wenn die Sonne brutal grell vom Himmel knallt und meine Migräne wachküsst.
Und ja, dass ist dann ein Tag, wo das Selbstmitleid an die Tür klopft und mir meine Quarantäneversäumnisse hämisch kichernd unter die Nase hält.
Den nicht geborenen Sauerteig, die nicht gehäkelte Klorollenabdeckung, die nicht gelernte Fremdsprache, die nicht aufpolierte Kondition in Kombination mit dem nicht geformten Luxusbody und den ganzen anderen Nichtsen und Nichtgetanigkeiten.

Fuck Corona.
Oder wer auch immer diesen ungeschriebenen Social-Quarantäne-Lifestyle ins Sein gehypet hat.

An guten Tagen, wenn die Sonne nur milde lächelt, die Migräne schläft, die Nase nur zartrose blüht und das Mittagessen gelungen ins animosige Bäuchlein wandert, lichten sich die Wolken und die nüchterne Erkenntnisse erklärt mir freundlich aber bestimmt, dass ich mir den ganzen Scheiß nur einbilde. Also nicht das mit der Pandemie, sondern dass alle – ALLE!!! – in akute hyperglücksheimelige Work-Life-Euphorie aufgebrochen sind und mich allein im normalen Leben zurück gelassen haben.
An diesen Tagen sieht man den übertriebenen Filter über den Insta-Bildern deutlich und merkt, dass die tolle Bücherwand, vor der hier gehomofisst und workgeouted wird, nur ein billiger Duschvorhang ist, den man für die Videokonfis vors Home-Chaos zieht. Die Ringe unter den vernetflixten Augen kaschiert besagter Filter und den schlechten Atem, vom vergessenen Zähneputzen, riecht man ja im Web nicht.

Da zudem alle nicht zum Friseur können und nun auch endlich klar ist, dass deren Können nicht via YouTube erlernbar istt, haben wir nun alle die Frisur, die wir von Natur aus hätten. Bei manchen sieht es dann auch so aus, als wärs die Strafe dafür, zu Vor-Coronazeiten zuwenig Trinkgeld hinterlassen zu haben. Aber das ist gemein, wie mir mein Spiegelbild erklärt, während der seltsame Haarschopf auf meinem Haupt ernst nickt. Ich habe ihn übrigens in Verdacht, dass er, im Gegensatz zum mir, sehr wohl eine neue Fremdsprache spricht. Denn nur so ist zu erklären, warum wir miteinander nicht zu einem Konsens kommen können, bei dem mein Spiegelbild nicht so aussieht, als wäre ich die Schwippschwägerin vom Yeti.

An diesen Tagen wirkt die Sauerteig-Community nur bizarr. Als wären sie aus einer Star-Treck Episode entwichen, wo man in einer weit entfernten Galaxie eine vor 5.000 Jahren vom Planeten Erde ausgewanderte Prä-Amish Kolonie entdeckt hat.
Ok. Das ist gemein.
In Wahrheit würd ich auch gerne einen Sauerteig großziehen. Einen originellen Namen für ihn finden (Gärhard? Siegär? … Gärfield?!!!), von ihm am Morgen leise blubbernd begrüßt werden, ihn liebevoll von Hand füttern und knuddeln. Mir einen duftigen, sauerteigigen Pizzateig oder was auch immer aus ihm kneten (8-10 Minuten mit der Hand gewalkt, mindestens!) etc.
Wobei ich das schon etwas monströs finde, ihn zuerst so innig aufzuziehen, um ihn dann, wie die Hexe aus Hänsel & Gretel, ins Rohr zu schieben. Aber hey, das ist sein Lebenszweck! Und er wird ja auch nicht zur Gänze in die Pfanne gehauen, sondern nur ein Teil von ihm. Der Rest wird weitergeknuddelt, gefüttert, gehätschelt. Bis ans Ende aller Tage. Oder wenn ihn der Schlag trifft. Oder was auch immer so einem Sauerteig an letalen Dingen passieren kann.

Ich hätte auch gern die Energie und Lebensmutivation, mich schon vor Sonnenaufgang mit dem Erlernen von Fremdsprachen, Smoothiemixturen oder tantrischen Zen-Mediationen auseinanderzusetzen.
Oder den Work-Out-Dance-Videos auf YouTube zu folgen, bei denen mir vom Zuschauen schon schwindlig wird und die Legasthenie mir einen Knopf in Kopf und Beine bindet.

Dann erklärt mir die nüchterne Erkenntnis von oben dann sehr klar und bestimmt, dass ich mir nicht einbilden muss, dass die Mitmenschheit im Anschluss an ein paar Monaten Corontäne braun gebrannt, schlank trainiert, gesund und erleuchtet aus den hohen Sphären des frisch renovierten Homofiss ins neue, durchgekärcherte, gänzlich überarbeitete und nun vieeel bessere New-Life aufbrechen wird. Begleitet von einer Herde allerliebster, knuffig blubbernder Sauerteigansätze mit seltsamen Namen.

Besagte Erkenntnis meint recht kühl und realistisch, dass die Mehrheit, wie ich, versucht einfach nur den Tag, die Woche, die Zeit zu überleben – in jeder Hinsicht und mit dem, was gerade möglich ist.
Besagte Erkenntnis erklärt auch, dass der Mensch per se nicht zu den leicht belehrbaren und sich hurtig neu orientierenden Spezien gehört, sondern seine Evolutionsstufen nur mithilfe eines gehörigen Arschtritts und sehr maulend bewältigt.
Besagte Erkenntnis verweist dann als Beweis auf die Geschichte der letzten x-tausend Jahre, beginnend mit der Zeit, als die altsteinzeitlichen, nomadisierenden Stämme von der sich brutal verändernden Natur gezwungen waren, eine neue Überlebensbasis zu kreieren.

An diesen gute, realistischen Tagen, wenn Nase und Kopf endlich mal die Klappe halten, bin ich dann liebevoll stolz auf mich und das, was ich erfolgreich geschafft habe an diesem Tag: Einatmen, ausatmen, weiteratmen.
Und dazwischen habe ich sanft überlebt, den Tag geschafft. Wie die große, große Mehrheit.
Ohne neue Fremdsprache und ohne selbstgehäkeltem Sauerteig.

Und mit einem etwas abgewandelten Zitat aus dem Film „I am Legend“ an alle, die sich davon betroffen fühlen (wollen), schließe ich diesen Sermon:

„Mein Name ist Michaela. Ich bin eine CED-Covid19-Corontäne-Überlebende ohne Sauerteig. Ich bin meist jeden Tag irgendwann mal im Internet unterwegs.

Wenn ihr da draußen seid, wenn irgendjemand da draußen ist, der auch ohne Sauerteig lebt … ich versuch jeden Tag aufzustehen, mich anzuziehen, was Warmes zu essen, den Mut nicht zu verlieren, einzuatmen, auszuatmen, weiterzuatmen … ich kann keine Hefe oder Klopapier anbieten, keine Work-Out-Zoombie-Lessons, keine mehrfach multilinguale Konversation. Nur die Versicherung, dass man auch ohne dem ganzen Zeugs durch die Quarantäne kommt.

Wenn es dir auch so geht:

Du bist nicht allein!

 

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